Skidaumen
Skidaumen
Ursachen, Symptome, Behandlung und Spätfolgen
Ein Sturz beim Skifahren, der Skistock bleibt in der Hand – und plötzlich schmerzt der Daumen stark: Dieses Szenario beschreibt eine der häufigsten Bandverletzungen der Hand, den sogenannten Skidaumen. Dabei handelt es sich um einen An- oder Abriss des ulnaren Seitenbandes im Daumengrundgelenk, also um einen Bänderriss am Daumen, der je nach Schweregrad konservativ oder operativ behandelt werden muss. Dr. med. Hubert Klauser und sein Team vom HFZ BERLIN sind die richtigen Ansprechpartner bei Verletzungen der Bänder an der Hand wie bei einem Skidaumen.
In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie ein Skidaumen entsteht, welche Symptome auftreten, wie er diagnostiziert und therapiert wird – und welche Spätfolgen auftreten können, wenn die Verletzung nicht rechtzeitig erkannt und konsequent behandelt wird.
Was ist ein Skidaumen?
Der Skidaumen ist eine Verletzung des inneren (ulnaren) Seitenbandes im Daumengrundgelenk. Dieses wichtige Band stabilisiert den Daumen ebenso wie das äußere (radiale) Seitenband bei Bewegungen, insbesondere beim kraftvollen Greifen mit abgespreiztem Daumen (Flaschengriff), aber auch beim Halten von Gegenständen zwischen Daumen und Zeigefinger (Spitz- und Schlüsselgriff). Ein Riss dieses Bandes, auch als Daumen Bänderriss bekannt, führt zu einer Instabilität im Daumengrundgelenk und damit zu erheblichen funktionellen Einschränkungen und reduziert damit die Gebrauchsfähigkeit der Hand erheblich.
Der Skidaumen ist eine typische Sportverletzung. Sie entsteht meist durch ein plötzliches Abspreizen oder Überstrecken des Daumens. Häufig passiert das beim Skifahren, wenn der Skistock bei einem Sturz hängen bleibt oder wenn der Skifahrer mit dem Skistock in der Hand stürzt und der Skistock wie ein Hypomochlion wirkt. Daher stammt auch der Name Skidaumen. Auch bei anderen Sportarten wie Handball, Basketball oder Reiten kann es zu einem vergleichbaren Verletzungsmuster kommen, gelegentlich aber auch bei handwerklichen Tätigkeiten und bei Stürzen im Alltag.
Ursachen des Skidaumens
Die häufigste Ursache ist ein Sportunfall, bei dem der Daumen mit hoher Krafteinwirkung nach außen gedrückt wird. Dabei kann das ulnare Seitenband entweder:
- einreißen (Teilruptur)
- komplett durchreißen (Ruptur)
- mit einem kleinen Knochenstück am Ansatz abreißen (knöcherner Bandausriss).
In manchen Fällen kann es zusätzlich zu einer sogenannten Stener Läsion kommen. Dabei schiebt sich das gerissene Band über eine dünne Sehneplatte (Aponeurose), was eine spontane Heilung verhindert. In diesen Fällen ist eine operative Versorgung unumgänglich.
Skidaumen Symptome: So erkennen Sie die Verletzung
Die typischen Skidaumen Symptome treten oft unmittelbar nach dem Unfall auf:
- Schmerzen über dem Daumengrundgelenk innen (ulnar in Richtung Zeigefinger)
- Schwellung und eventuell Bluterguss im Bereich des Daumengrundgelenks und Daumenballen
- eingeschränkte Beweglichkeit des Daumens
- Fehlstellung mit geringer Verkippung nach außen (radial)
- Schmerzen beim Greifen, insbesondere beim Spitz-, Schlüssel- und Grobgriff mit Abweichen des Daumens nach außen (radial)
- Unsicherheit oder Kraftverlust beim Zugreifen.
Diese Beschwerden sind nicht eindeutig, da sie auch bei anderen Verletzungen auftreten können, etwa bei einer Verstauchung oder einem Bruch des Daumengrundgelenks. Daher sind eine gründliche ärztliche Abklärung und Differentialdiagnose wichtig.
Stabilitätstest Daumengrundgelenk: Wie wird die Diagnose gestellt?
Zur Diagnose wendet der behandelnde Arzt den Stabilitätstest an. Das ist eine klinische Untersuchung, die die Stabilität des Daumengrundgelenkes prüft. Dabei vergleicht die Ärztin oder der Arzt die seitliche Aufklappbarkeit des verletzten Daumengrundgelenks mit der gesunden Gegenseite. Diese Untersuchung kann schmerzhaft sein, ist aber sehr wichtig, da das Erkennen einer Seitenbandverletzung sehr wichtig ist für die Behandlungsoptionen und insbesondere hinsichtlich der Entscheidung, ob operiert werden muss oder nicht.
Zusätzlich können folgende bildgebende Verfahren eingesetzt werden:
- Röntgen: Zum Ausschluss eines Knochenbruchs oder knöchernen Bandausrisses und hinsichtlich einer instabilität
- Ultraschall (Sonographie): Zeigt, ob eine Stener Läsion vorliegt
- MRT: Bei unklarer Diagnose oder chronischen Beschwerden.
Skidaumen Behandlung: konservativ oder operativ?
Konservative Therapie
Liegt nur eine Banddehnung oder ein partieller (inkompletter) Bandausriss vor, reicht häufig eine konservative Behandlung. Diese besteht aus:
- Ruhigstellung mit einer Gipsschiene, zirkulärem Gips mit Daumeneinschluss oder einer speziellen Orthese
- Dauer: in der Regel vier bis sechs Wochen
- anschließend: physiotherapeutische Übungen zur Wiederherstellung von Kraft, Koordination und Beweglichkeit.
Konservative Verfahren sind bei Teilrupturen oder stabilen knöchernen Bandausrissen gut geeignet. Sie setzen allerdings eine gute Mitarbeit der Patienten / des Patienten durch konsequente Ruhigstellung und Nachbehandlung voraus.
Operative Behandlung (Skidaumen OP)
Eine Skidaumen OP ist erforderlich, wenn:
- das Band vollständig gerissen ist
- ein knöcherner Bandausriss verschoben ist
- eine Stener Läsion vorliegt.
In der Operation wird das gerissene Band genäht oder mit einem Knochenanker (aus Titan oder bioresorbierbarem Material) wieder am Knochen fixiert. Je nach Befund sind bei chronischen Seitenbandinstabilitäten des Daumengrundgelenkes plastisch rekonstruktive Maßnahmen (z. B. bei chronischen Fällen) erforderlich.
Nach der OP erfolgt eine Ruhigstellung in der Regel für 6 Wochen gefolgt von intensiven physiotherapeutischen oder ergotherapeutischen Maßnahmen ab der 7. postoperativen Woche.
Skidaumen Spätfolgen – das passiert bei unbehandelten Verletzungen
Ein unbehandelter oder falsch therapierter Skidaumen kann ernste Spätfolgen haben. Zu den häufigsten zählen:
- chronische Instabilität im Daumengrundgelenk
- Schmerzen bei Belastung und Bewegung
- eingeschränkte Greifkraft
- frühzeitige Arthrose des Daumensattelgelenks.
Insbesondere eine nicht erkannte Stener Läsion kann dazu führen, dass das Band nicht korrekt verheilt. Dadurch bleibt der Daumen dauerhaft instabil – mit erheblichen Folgen für die Handfunktion.
Nachsorge und Prognose: Wie geht es weiter?
Ob konservative oder operative Therapie – die Nachsorge ist entscheidend für den Heilungserfolg:
- Ruhigstellung mit Gips oder Orthese
- schrittweise Mobilisierung unter Anleitung von Physio- oder Ergotherapeuten
- Belastungsaufbau ab der sechsten bis zehnten Woche, je nach Verlauf
- Sportpause für etwa drei Monate bei handintensiven Aktivitäten.
Die Prognose ist in der Regel gut, besonders bei frühzeitiger Diagnose und konsequenter frühzeitiger Therapie. Einschränkungen im Alltag sind dann meist nicht zu erwarten.
Skidaumen ernst nehmen – frühzeitig behandeln lassen
Dr. med. Hubert Klauser: „Ein Skidaumen ist mehr als nur eine Sportverletzung. Er kann unbehandelt die Handfunktion dauerhaft beeinträchtigen. Wer nach einem Unfall typische Skidaumen Symptome erkennt, sollte schnell ärztlichen Rat einholen. Dank moderner Diagnostik und bewährter konservativer wie operativer Therapiemethoden sind die Heilungschancen sehr gut. Wichtig ist, die Nachbehandlung ernst zu nehmen und geduldig zu bleiben. Denn nur so lässt sich die für unseren Alltag wichtige volle Funktion des Daumens dauerhaft erhalten.“



